Absturz in den Ammergauer Alpen: 14-jähriger tot.

Montag, 29. Dezember 2025

https://www.focus.de/panorama/welt/14-jaehriger-stuerzt-beim-wandern-150-meter-in-den-tod_78c8f0c9-60e9-45da-9eda-d6bd87f1d922.html

Die Ammergauer Alpen bringen nicht die allerhöchsten Berge hervor. Im Winter kann es aber in jeder Höhe gefährlich werden. Die Frage lautet somit: Würde ich meinen 14-jährigen Sohn alleine bzw. begleitet nur durch seinem 13-jährigen Freund zu einer Winterbesteigung losgehen lassen? Die Antwort lautet: Nein. Würde ich diese Unternehmung im Sommer zulassen? Schwer zu sagen. Es bliebe ein überaus mulmiges Gefühl.

Das Laubeneck gilt mit seinen 1.750m als Aussichts- und Genussberg. Aber sowohl im Dezember 2024 als auch im Oktober 2025 ereigneten sich tödlich Bergunfälle. Ich würde persönlich keinen Berg als Genussberg bezeichnen, der höher als 1.000m ist. Diese verklärenden Bezeichnungen rufen stets Touristen auf den Plan, die die Gefahren unterschätzen.

Auch ein Erwachsener als Begleitung hätte den Absturz vielleicht nicht verhindern können. Im vorliegenden Fall geht es aber um die elterliche Fürsorgepflicht. Ich kann mir vorstellen, dass sich die Staatsanwaltschaft mit diesem Punkt befassen wird. Es wird dann sicherlich um die Erfahrung der Jugendlichen, deren Ausbildung und deren Ausrüstung gehen. Es wird um Fahrlässigkeit und grobe Fahrlässigkeit gehen.

Die Bergwelt ist vielfältig, der Sommer lang. Warum schließt man nicht wenigstens den gefährlichen Winter als Zeitpunkt für eine Gipfelbesteigung aus? Muss es unbedingt dieser Zusatzkick sein?

Wie auch immer: Über die Familie ist jetzt schweres Leid hereingebrochen.


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1 Gedanke zu „Absturz in den Ammergauer Alpen: 14-jähriger tot.“

  1. Romanus Johann Kraft

    Mich erinnert das stark an den Bergunfall der 15-jährigen Schülerin die vor 15 Jahren am Schildenstein ca. 20 Meter abgestürzt war und sich dabei sehr schwere Verletzungen zugezogen hatte. Die war damals auf eigene Faust losgezogen und über die Königsalm aufgestiegen. Ein einfacher Aufstieg, eigentlich ein Spaziergang (kann ich aus eigener Erfahrung sagen). Ich hab mich damals schon gewundert wie die da verunglücken konnte. Die Auflösung kam eine Woche später nachdem sie aus dem künstlichen Koma aufgeweckt worden war. Am Gipfel hatte sie irgendwas in den Latschen rascheln gehört und wollte der Sache auf den Grund gehen. Sie ist wohl ein paar Schritte in die Latschen reingegangen und das wars dann. Die einzige Stelle an der ein Sturz möglich ist.
    Möglicherweise sind auch die beiden Burschen einfach so auf den Laubenstein rauf ohne Bescheid zu sagen. Ich denke nicht daß die Eltern da irgendeine Schuld trifft. Tragisch für alle auf jeden Fall.
    Und: Man sollte jedem Berg mit Respekt begegnen, egal wie hoch er ist. Auch der Bogenberg mit seinen 432 Metern (ca. 110 Höhenmeter) bietet Gelegeheit sich das Genick zu brechen. Ich sag aber nicht wo, sonst kommt noch jemand auf die Idee das auszuprobieren.
    Ansonsten wünsch ich noch einen Guten Rutsch.
    Vielleicht sieht man sich ja vorher noch beim Bäcker 😉

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