Donnerstag, 28. August 2025: Politik: Robert Habeck bei Lanz.

Quelle: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ich habe Robert Habecks Ausführungen bei Markus Lanz mit viel Geduld zugehört. Nach zwanzig Minuten Rumgestottere in dieser selbstmitleidigen Art und Weise musste ich den Blog hier eröffnen. Genau in dem Moment meinte er, dass sei „für die Füße“. Wie witzig.

Habeck konnte/wollte nicht wirklich erklären, warum er im TAZ-Interview der Bundestagspräsidentin Julia Klöckner „eine mitgeben“ musste.

„Ich will nicht wie ein Gespenst über die Flure laufen.“

Dieser Ausspruch im TAZ-Interview war ein klarer Fingerzeig auf Olaf Scholz. Auf ihn könnte der Spruch passen. Ansonsten ist das eine Beleidigung des Bundestages. Diese Lustlosigkeit von Habeck, einfache und klare Sätze zu formulieren, ging mir total auf den Geist. Man müsse sich mal entspannen. Habeck wirkte aber überaus angespannt. Er konnte lange Zeit nicht eine Sekunde lang ein Lächeln aufsetzen. Das klappte erst, als es um seinen Ausspruch des „fetischhaften Wurstfressens“ (Söder) ging. Darauf angesprochen konnte er lächeln und winkte ab. Erklären konnte/wollte er diesen Ausspruch nicht. Und dieser weinerliche Ton über soziale Medien. Und was ist bitte „Piff“?

Robert Habeck tritt vollumfänglich unsouverän ab.

Eine richtige Debatte kam bei Lanz zu keinem Zeitpunkt in Gang. Melanie Amann vom Stern war eigentlich nicht der richtige Gegenpart. In das Studio hätte Wolfgang Kubicki gehört. Ich tippe aber darauf, dass Habeck dann aber nicht gekommen wäre.

Habeck, der Unverstandene.

Es war so anstrengend, ihm zuzuhören. Es ginge ihm nicht um Konkretes. Er hat sich faktisch um Kopf und Kragen geredet. Außer seiner eigenen grünen Bubble atmet ganz Deutschland auf, dass Habeck Deutschland verlässt. Der Witz an der Sache ist die Betrachtung, was mit seinem Bundestagsmandat geschieht.

Robert Habeck trat bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 in seinem Wahlkreis Flensburg -Schleswig an. Die CDU‑Kandidatin Petra Nicolaisen erzielte dort mit 26,5 % der Erststimmen das beste Ergebnis und gewann somit das Direktmandat; Habeck kam auf 22,6 % hatte sich aber über die Landesliste „verplombt“.

Warum Nicolaisen trotzdem nicht in den Bundestag einzieht

Obwohl Nicolaisen den Wahlkreis direkt gewann, konnte sie aufgrund der im Jahr 2023 vom links-rot-grünen Komplex reformierten Wahlrechtsordnung nicht ins Parlament einziehen. Das neue System schützt das Parlament vor Überhang- und Ausgleichsmandaten, indem Direktmandate nur dann zählen, wenn sie durch die Zweitstimmen der Partei gedeckt sind. In Nicolaisens Fall erhielt die CDU im Bundesland Schleswig‑Holstein durch niedrige Zweitstimmen nicht ausreichend Sitze, um ihr den Einzug über das Direktmandat zu ermöglichen und sie hatte zudem ein vergleichsweise schlechtes Ergebnis unter den gewonnenen Direktmandaten, weshalb ihr Sitz ersatzlos entfiel. Habeck hingegen hatte einen sicheren Listenplatz bei den Grünen und zog über die Landesliste in den Bundestag ein. Dieser Wahnsinn muss geändert werden. Ein Direktmandat muss in den Bundestag einziehen, ohne Wenn und Aber. Aber selbst da sehe ich schwarz.

Für Robert Habeck rückt die 26-jährige Grünen-Politikerin Mayra Vriesema aus Schleswig-Holstein in den Deutschen Bundestag nach. Sie übernimmt sein Mandat zum 1. September 2025. Vriesema war Masterstudentin in Internationaler Politik sowie Internationalem Recht, kandidierte bei der Bundestagswahl auf Platz 5 der Landesliste und hatte zunächst den Einzug knapp verpasst. Jetzt erhält sie ihr Mandat als Nachrückerin. Sie kokettiert mit dem Begriff „Erstakademikerin“.

Ohne langjährige politische Expertise betritt sie jetzt eine Bühne, die Komplexität und politische Tücken bereithält. Ob ihre „links-rot-grüne Oppositionsarbeit“ mehr ist als ein wohlklingender Slogan, bleibt abzuwarten. Die Grünen könnten sich hier den Mut bestätigen – oder merken, dass junge Idealisten eben auch Stabilität, Erfahrung und klare Kompetenzen brauchen, um wirklich Wirkung zu entfalten.


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1 Kommentar zu „Donnerstag, 28. August 2025: Politik: Robert Habeck bei Lanz.“

  1. Romanus Johann Kraft

    Direktmandat: mehr Demokratie geht eigentlich nicht.
    Die Wahlrechtsreform 2023 zeigt klar auf, wie rot-grün-links wirklich zur Demokratie stehen.
    Und Habecks Äußerung zu Julia Klöckner erst. Kopfschüttel. Der hat es gerade nötig andere als unfähig und Fehlbesetzung zu bezeichnen.

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