Dienstag, 26. August 2025, IT: Phishing-Mails und Paypal-Betrug.

Nachdem ich ja letztens – zum Glück ohne direkte Folgen – tatsächlich einer Phishing-Mail erlegen bin, werde ich jetzt mit weiteren Betrugsmails quasi bombardiert. Offensichtlich hat mich das Darknet in die Kategorie „Leichte Beute“ einsortiert. Man gibt sich auch keine Große Mühe mehr. Der DAU wird schon anbeißen.

Und angeblich von Paypal kommt gleich noch eine Mail hinterher. Ich kenne Menschen, die diesen Wahnsinn nicht mehr aushalten und ihre Mailadresse ändern. Aber das ist nicht notwendig. Das normalisiert sich schon wieder.

Über eine paypal-Betrugsmasche möchte ich aber noch berichten, die ich bis dato gar nicht kannte. Gestern huschte da ein kurzer Beitrag über den Bildschirm, den ich aber nicht verstanden habe. Wieso können Menschen im Netz ein so wichtiges Thema nicht auf einem Niveau erklären, dass jemand, der das erste Mal damit konfrontiert wird, es auch sofort versteht? Ich brauchte fünf Minuten, bis der Groschen fiel.

Per paypal kann mir jeder Mensch auf dieser Erde Geld schicken. Einfach so. Wenn es eine Spende für den Betrieb meiner Homepage wäre, wäre das toll.

Tatsächlich läuft es aber wie folgt: Ein Fremder schickt mir einfach kommentarlos Geld, sagen wir 500 Euro. Man denkt sich: Ja, ok. Vielleicht will dir jemand was gutes tun. Warten wir doch mal ab, was passiert. Dann meldet sich der Fremde per Mail und spricht von einer Falschüberweisung. Es wäre doch ganz nett, wenn man die 500 Euro schnell zurücküberweisen würde. Eine solche Info hatten wir ja eigentlich auch schon erwartet. Sofort ist das Helfer-Gen aktiviert. Natürlich überweise ich das Geld ganz schnell zurück. Es dauert ja nur Sekunden. Problem erledigt.

Problem erledigt? Weit gefehlt. Denn in diesem Moment hat man die 500 Euro verloren. Wie kann das sein? Hier kommt eine besondere Funktionalität von PayPal ins Spiel. PayPal hat mit Bedacht zwei Überweisungstypen ins Leben gerufen, die aber Betrügern auch eine Chance zum Betrug geben:

Freunde & Familie (privat, persönlich)

  • Für private Zahlungen, z. B. an Freunde, Verwandte oder Bekannte.
  • In der EU oft gebührenfrei, wenn das Geld direkt vom Bankkonto oder PayPal-Guthaben kommt (bei Kreditkarte können Gebühren anfallen).
  • Kein Käuferschutz, da es sich um eine „persönliche“ Überweisung handelt.

Waren & Dienstleistungen (geschäftlich, Kaufzahlung)

  • Wird genutzt, wenn man etwas kauft oder verkauft (z. B. bei eBay, Kleinanzeigen, Onlineshops).
  • Der Sender des Geldes zahlt Gebühren.
  • Der Absender erhält PayPal-Käuferschutz, falls die Ware nicht ankommt oder erheblich vom Angebot abweicht.

Natürlich schrecken mich die Gebühren in diesem Fall ab, und ich überweise die 500 Euro einfach im Modus „Freunde & Familie“ zurück. Ich fühle mich wieder besser und gehe meinen Alltagsdingen nach.

Effekt: Ich bin gerade um 500 Euro ärmer geworden. Aber wie kann das sein? Erklärung: Der Betrüger hat mir die 500 Euro im Modus „Waren & Dienstleistungen“ geschickt. Er kontaktiert PayPal, macht seinen Käuferschutz geltend und lässt sich von Paypal die 500 Euro zurücküberweisen.

Zusätzlich habe ich ihm 500 Euro im Modus „Familie & Freunde“ geschickt. Der Betrüger ist jetzt um 500 Euro reicher. Denn ich kann mir mein Geld jetzt nicht mehr zurückholen. Paypal sieht in diesem Vorgang zwei verschiedene Vorgänge. Es ist mein Problem, wenn ich einem Fremden per „Freunde & Familie“ einfach Geld überweise.

Oh, das ist aber jetzt doof. Lesson learned? Ich habe zwar noch nie Geld mit Käuferschutz bekommen, bin mir aber sicher, dass diese Info mitgesendet wird. Immer, wenn das geschieht, kann der Sender das Geld zurückholen.

Fazit: Augen auf, beim Geldtransfer.


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