Samstag, 23. August 2025, Über Cerebralparesen in Gaza und Erbkrankheiten bei den Royals.

Quelle: Senax, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16072889

https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/medien/gaza-israel-bilder-fotografen-debatte-hunger-e611036/?utm_source=chatgpt.com

Ich hatte hier schon das Thema aufgegriffen, wie mit Bildern von ausgemergelten Kindern aus dem Gazastreifen Stimmung gegen Israel gemacht wird. Die SZ zog letztens nach und beschäftigte sich mit der Wirkung von Bildern und der Gefahr von Fake-Bildern. Denn erst vor kurzem hatten bekannte Medien wie die NYT das berühmte Bild eines kleinen, offensichtlich hungernden Jungen in den Armen seiner Mutter gezeigt. Der SZ erging es ähnlich. Auch sie veröffentlichte ein ähnliches Bild. Alle Zeitungen mussten später in ihre Beitrag einfügen, dass die Kinder unter Celebralparese (CP) leiden. Die SZ schafft es aber auch im aktuellen Beitrag nicht, uns diese Häufung mit genau der gleichen Vorerkrankung zu erklären.

Studien aus Gaza und den palästinensischen Gebieten zeigen, dass 40–45 % aller Ehen zwischen nahen Verwandten geschlossen werden.

Dies erhöht das Risiko für rezessiv vererbte genetische Erkrankungen, die mit CP-ähnlichen Symptomen oder erhöhter Anfälligkeit für Hirnschädigungen einhergehen. Diese genetischen Erkrankungen sind keine „klassische“ CP, können aber zu sehr ähnlichen Bewegungs- und Entwicklungsstörungen führen. Die Berichterstattung läuft oft unter dem Oberbegriff „Cerebralparese“.

Die SZ hätte auch beleuchten können, warum eigentlich in Deutschland die Ehe zwischen Cousins und Cousinen erlaubt ist. Nachvollziehbar ist das nicht. Wenn diese Heirat im Stammbaum einmal vorkommt, mag das Risiko kranker Kinder noch ok sein. Wenn das aber mehrmals vorkommt und das Blut quasi im eigenen Saft schmort, erhöht sich das Risiko, dass die Kinder krank sind, um einiges. Ich würde diese Form der Ehe sofort verbieten.

Auch das Haus Windsor (seit 1917, zuvor Haus Sachsen-Coburg und Gotha) steht immer wieder einmal im Verdacht, mit Erbkrankheiten kämpfen zu müssen, die auf Cousin-Cousinen-Ehen zurückzuführen sein könnten. Königin Victoria (1819–1901) und Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha waren das erste Cousinen-Ehepaar. Ihre Nachkommen regieren heute noch in Großbritannien, Skandinavien, Spanien u.a. Damit verbreitete sich Hämophilie (Bluterkrankheit) auf viele europäische Königshäuser wie Windsor, Spanien (Bourbonen), Russland (Romanow-Dynastie), über Hessen und Deutschland (Hessen-Darmstadt). Das Problem der Bluterkrankheit hat sich mittlerweile ausgedünnt. Bei jetzigen Royals ist davon nichts mehr bekannt.

Bluterkrankheit bei den Royals mittlerweile ausgedünnt.

Die Bluterkrankheit gilt jedoch nicht als Folge von Verwandtenehen, ist aber eine erbliche Störung der Blutgerinnung, basierend auf dem Fakt, dass wir Männer XY-Chromosomen haben. Hat unsere Mama das defekte X-Chromosom an uns weitergegeben, ist das Problem da. Frauen dagegen haben XX-Chromosomen. Ist hier eines der beiden Chromosomen defekt, wird es durch das andere X-Chromosom ausgeglichen. Somit sind Frauen nur Übertrager. Victoria soll, mit der These konfrontiert, dass die Krankheit bei ihrem Sohn Leopold durch sie verursacht sein könnte, völlig erstaunt reagiert haben, denn: Diese Krankheit war in der Verwandtschaft vorher nie aufgetaucht.

König George III. von Großbritannien (1738–1820) ist als „Mad King George“ bekannt, weil er zeitweise schwere Anfälle von Verwirrtheit und Wahnvorstellungen hatte. Lange wurde darüber gestritten, welche Krankheit dahintersteckte. Lange sprach man von Porphyrie (eine Stoffwechselkrankheit, die das Nervensystem angreift), worauf hin die Krankheit lange Zeit als royale Erbkrankheit bezeichnet wurde. Heute geht man bei George III eher von einer bipolaren Störung aus.

Königin Elisabeth II. und Prinz Philip waren Cousins 3. Grades (beide über die Linie von Königin Victoria und Christian IX. von Dänemark verwandt, was immerhin bedeutet, dass Philip und Elisabeth die gleichen Ururgroßeltern hatten. Welche biologische Relevanz hat das? Der Prozentsatz gemeinsamer Gene liegt bei 0,78%. Zwei völlig fremde Menschen haben einen Prozentsatz gleicher Gene in Höhe von 0,1 bis 0,3%. Wir könnten die Problematik somit vernachlässigen, aber auch sagen, dass 0,78% im Vergleich zu 0,1% fast das Achtfache ist.

Selbst Charles und Diana waren weitläufig verwandt. Sie waren Cousins 7. Grades. Ihre Stammbäume treffen sich im 15. Jahrhundert, bei Henry VII.

Ich will gar nicht dran denken, dass der mongolische Herrscher Dschingis Khan wegen seiner vielen Frauen und Kinder für 1% der Menschheit verantwortlich sein soll. Das ergibt eine Menge fast identischer Y-Chromosomen.

Kein Wunder, dass die Welt verrückt spielt.


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