Samstag, 02. August 2025, IT: Software Palantir. Fluch oder Segen?

Was steckt hinter der Datenanalyseplattform Palantir? Wer nutzt sie – und warum ist sie so umstritten? Ein Überblick.

Ursprung und Erfinder

Die Firma Palantir Technologies Inc. wurde 2003 im Silicon Valley gegründet. Zu den Gründern gehören unter anderem Peter Thiel, Alex Karp, Stephen Cohen und Joe Lonsdale. Der Name „Palantir“ stammt aus Tolkiens Herr der Ringe – dort ermöglichen die sogenannten „Sehsteine“ einen Blick über große Entfernungen hinweg. Eine passende Metapher: Denn Palantir ist genau dafür da – riesige Datenmengen zu durchleuchten und Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Was kann die Software Palantir?

Palantir entwickelt Software zur Integration, Analyse und Visualisierung großer Datenmengen. Zwei Hauptprodukte stehen im Fokus:

  • Palantir Gotham – für Polizei, Nachrichtendienste und Militär
  • Palantir Foundry – für Unternehmen, Forschung und Verwaltung

Die Software sammelt Daten aus unterschiedlichsten Quellen (z. B. Excel-Tabellen, Datenbanken, Sensoren, Behördenregistern), verknüpft sie intelligent und stellt sie grafisch so dar, dass Zusammenhänge sichtbar werden – etwa zwischen Personen, Orten, Zeitpunkten oder Ereignissen.

Wo wird Palantir eingesetzt?

Weltweit nutzen zahlreiche Organisationen Palantir – darunter:

  • CIA, FBI, NSA (USA)
  • New York Police Department
  • NATO-Partner
  • Unternehmen wie Airbus, Merck oder BP

Nutzung in Deutschland

Auch in deutschen Behörden kommt Palantir-Technologie zum Einsatz:

Bundesland / BehördeSoftware / Nutzung
HessenHessenDATA (auf Basis Palantir Gotham)
Nordrhein-WestfalenDatenanalyse durch LZPD, angelehnt an Hessen
BayernFallanalyse-Software mit Palantir-Komponenten
Baden-WürttembergPilotprojekte bei der Polizei
Bund (BMI, BKA)Diskussionen, Testläufe – aber kein flächendeckender Einsatz bisher

Positive Aspekte

  • Effizientere Ermittlungen: Komplexe Fälle lassen sich schneller analysieren.
  • Datenverknüpfung: Informationen aus verschiedenen Quellen fließen zusammen.
  • Transparente Visualisierung: Ermittler erhalten grafisch aufbereitete Hinweise.
  • Krisenmanagement: Einsatz auch in Pandemie-Situationen (z. B. Impf-Logistik).

Datenschutzbedenken

Natürlich hagelt es Kritik an der Software. Ganz vorn dabei? Datenschützer. Datenschutz ist das gängige Totschlagsargument. Meines Erachtens muss man Datenschutzbedenken nur dann haben, wenn man den drei Staatsgewalten Legislative, Exekutive und Judikative misstraut. Sind wir an dem Punkt angekommen? Vielleicht. Muss man Palantir deshalb ablehnen? Nein.

Die Vorzüge für die Ermittlungsarbeit der Polizei überwiegen bei Weitem die grundsätzlichen Bedenken bezüglich des Datenschutzes. Wer Datenschutz für sich persönlich wirklich ernst nimmt, muss sich sofort komplett offline schalten. Wie aber schaut die Nutzung der Sozialen Medien aus? 21,6 Millionen Deutschen nutzen X und pfeifen auf die gebetsmühlenartig vorgetragenen Warnungen deutscher Datenschützer.

Rasterfahndung mit Faxgeräten

Ein X-User, der wirklich alle Argumente gegen Palantir zusammengesucht hat, ist dieser hier. Unterfüttert wird die Ablehnung mit Fachananalysen, Gerichtsurteilen usw. Unser X-Freund Robert Craven ist offensichtlich ein starker Verfechter von Rasterfahndung zu Fuß und mit Faxgeräten.

Intransparente Algorithmen

Ein weiterer Vorwurf sind intransparente Algorithmen. Dazu muss man wissen, dass Palantir nicht etwa automatisiert Hausdurchsuchungen organisiert und auch nicht automatisiert Anzeigen an uns Deutsche verschickt. Palantir schreibt keine Haftbefehle und auch keine Gerichtsurteile. Es ist eine unterstützende Software, ähnlich wie chatgpt. Und bei chatgpt muss ich regelmäßig mein Hirn einschalten und bei der KI nachfragen bzw. mich selbst hinterfragen, ob das wirklich stimmt. Nicht selten korrigiert sich chatgpt, oder ich sehe die Unstimmigkeiten.

Die Algorithmen sind das Tafelsilber der Firma, die die Software entwickelt hat. Die gibt man nicht heraus. Die Firma wird von den Kritikern in die Nähe des US-amerikanischen Militärs gerückt. Na und? Was ist daran verwerflich? Das US-Militär ist der Faustpfand dafür, dass in West-Europa (noch) Frieden herrscht. Was also sind die Vorwürfe gegen das US-Militär? Dass man die bestmögliche Software nutzen und somit auch mitentwickeln möchte?

Algorithmen sind nicht neutral.

Sie würden stattdessen Vorurteile produzieren. Zum Mitschreiben: Algorithmen produzieren zunächst einmal gar nichts. Nicht einmal Daten. Sie sammeln vielmehr Daten und strukturieren sie. Vielleicht interpretieren sie sie. Aber sie produzieren nichts.

Der Rechtsstaat weicht dem Verdacht

Wenn wir das verhindern wollen, müssen wir dafür sorgen, dass der links-rot-grüne Komplex für immer von den Schalthebeln der Macht ferngehalten wird. Denn was sagte Benedikt Lux (Beruf: Rechtsanwalt, Strafverteidiger und Dozent an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin) 2020 als innenpolitischer Sprecher der Berliner Grünen?

„Wir haben die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausgetauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht. Bei der Feuerwehr,  der Polizei, der Generalstaatsanwaltschaft und auch beim Verfassungsschutz. Ich hoffe sehr, dass sich das in Zukunft bemerkbar macht.“

Noch Fragen, warum Palantir niemals in die Hände der Grünen fallen darf?

Datenhoheit

Die Antwort, die ich von einem Polizisten heute im Radion gehört habe, ist ganz klar. Die Daten liegen auf einem deutschen Server, ohne Verbindung zum Internet. Dieser Aussage kann man misstrauen, so wie es die Soziologin Lena Ulbricht tut. Ich tue das aber nicht.

Predictive Policing

https://www.deutschlandfunk.de/palantir-im-polizeieinsatz-interview-mit-prof-lena-ulbricht-uni-hildesheim-100.html

Der Erfolg, Straftaten in der Zukunft voraussagen zu können, ist nicht belegbar. Sozioligin Lena Ulbricht erzählt mir in dem Interview überhaupt nichts Neues. Data-Mining wäre zum Beispiel in Hessen nicht rechtskonform gewesen. Hessen musste sein Gesetz nachbessern. In BW setzte sich Innenminister Strobel in einem heftigen Koalitionsstreit gegen die Grünen durch.

CEO Karp ist patriotisch – so Ulbricht

Das Wort „patriotisch“ ist negativ besetzt, also muss auch die Software schlecht sein.

Europäisches Palantir?

Die Fähigkeit, eine ähnliche gute Software zu entwickeln, geht in Europa gegen Null. Gäbe es die Fähigkeiten, gäbe es eine solche Software bereits. Man muss nur ab und an bei danisch.de vorbeischauen, um zu erfahren, wie schlecht es um unsere Expertise auf dem IT-Sektor ausschaut. Ulbricht spricht von SAP als möglichem Unternehmen für die Entwicklung. Ich führe ins Feld, dass es in Deutschland ungefähr 120.000 bis 150.000 SAP-Berater geben soll. Hat jemand schon einmal davon gehört, dass durch Beratung, auch nur eine einzige neue Software entstanden ist? Es braucht verdammt gute Programmierer. Hat Deutschland verdammt gute Programmierer? Ich habe meine Zweifel. Selbst deutsche Software-Unternehmen setzen auf Programmierer aus Indien. Wenn sich ein Bäcker mit einem anderen Bäcker über das Brotbacken unterhält, entsteht kein Brot.

Die Thiel-Keule

Palantir ist eine Software, die Peter Thiel mit erfunden hat. Erfolg wird in Deutschland immer kritisch gesehen. Da kann etwas nicht stimmen. Und dann wird so lange gegraben, bis man fündig wird. Kritisch gesehen wird Thiel mit seiner Software für seine Zusammenarbeit mit der ICE-US-Einwanderungsbehörde. Der links-rot-grüne Komplex sieht darin eine technologische Unterstützung für Abschiebungen und das Zerreißen von Familien in den USA.

Proteste im Sommer 2025 richteten sich gezielt gegen Thiels Rolle bei Palantir. Der Komplex warf ihm vor, eine autoritäre Überwachungssoftware bereitzustellen und Institutionen wie ICE zu stärken. Transparenz und demokratische Kontrolle würden untergraben. Wie kann eine Software „autoritär“ sein? Jedes Adjektiv ist genehm, um gegen die festgelegten und verdammenswürdigen Gegner zu kämpfen.

Die Demokratiekeule

Kritiker warnen, dass Palantir eine zentrale Datenbank mit Infos über Millionen von US-Bürgern aufbaut. Wieder falsch. Nicht Palantir baut eine Datenbank auf, sondern die Behörden, die sie nutzen.

Die Plattform werde mit KI betrieben…

…und könne zur politischen Profilierung oder Beeinflussung genutzt werden. Deutschland soll frei von politischer Profilierung und Beeinflussung bleiben? Ein schöner Wunschtraum. Der Zug ist schon abgefahren. Berlin ist durchzogen von manueller Beeinflussung und politischem Lobbyismus. Lobbyisten schreiben sogar Gesetzestexte. Da hört man den Komplex nie lamentieren. Aber eine innovative Software ruft sofort die Maschinenstürmer auf den Plan. Lustiger wird es heute nicht.

Technokratische Macht verdrängt die demokratische Kontrolle?

Das ist ein Problem des Staates, nicht der Software.

Thiel vertrete eine libertäre Vision…

…die mit Demokratie und allgemeiner Freiheit unvereinbar sei. Das glaubt vielleicht der marxistische Komplex, ich aber nicht. Ich verweise auf die Entwicklung in Argentinien. Unter dem visionären und libertären Präsidenten Milei ist das Land aus dem tiefen Tal der Tränen emporgestiegen und entwickelt sich in die richtige Richtung. In einem meiner nächsten Blogs werde ich mich mit Argentinien als alternativem Rückzugsort im Alter beschäftigen, wenn in Deutschland nichts mehr geht.

Laut Medien ist Thiel ein Verfechter einer globalen Eliteherrschaft.

Eine demokratische Masse sei im Gedankengut von Thiel schlicht nicht mehr vorhanden. Eine Rechenschaftspflicht der Elite gegenüber dem Souverän fehle. Falls er diese Meinung tatsächlich hat, ist er damit nicht allein. Ich unterstelle einer ganzen Macht- und Politikerelite gleiche Denkmuster. Welche Chancen haben wir, diesen gefährlichen Entwicklungen zu begegnen? Eine Kombination aus unabhängiger Justiz und einer unabhängigen Presse könnte helfen. Verfügt Deutschland darüber? Ich habe leichte Anfangszweifel.

Skandale der Firma Palantir

In den letzten Jahren gab es Klagen wegen rassistischer Einstellungspraktiken: Palantir filterte laut US-Behörde systematisch asiatische Bewerber heraus – der Rechtsstreit wurde 2017 außergerichtlich beigelegt.

Wieder falsch. Palantir filterte aus, weil es von Menschen so gewollt war. Ein Vorwurf an die Software geht in die komplett falsche Richtung.

2010 war Palantir in einen Plan verwickelt, der den Einsatz von Desinformation und Datenmanipulation gegen WikiLeaks und Journalisten vorsah. Das Unternehmen distanzierte sich später und entschuldigte sich öffentlich. Typisch Amerika. Außergerichtliche Einigungen sind leider Alltag, weil man nie genau weiß, wie es vor einem amerikanischen Gericht ausgeht. Diese irre hohen Strafen, die amerikanische Richter mitunter verhängen, sind wider jeder Vernunft und Logik.

Die KI-gestützte Software kann demokratische Instanzen umgehen.

Höchstens in einem undemokratischen Land. Zu so einer Situation darf es nicht kommen. Und Palantir hilft eher, die Demokratie zu schützen. Die Demokratie ist dann gefährdet, wenn man sich in einem Land zum Beispiel nicht mehr sicher fühlt. Palantir hilft, staatsgefährdenden Tätern durch eine intelligente Datenverarbeitung auf die Spur zu kommen.

Palantir kann Massenüberwachung betreiben.

Es liegt an der jeweiligen Regierung, ob eine intelligente Software für eine Massenüberwachung wie in China genutzt wird oder für den Kampf gegen Links-Terrorismus, wie wir ihn gerade bei der Deutschen Bahn erleben, wo Kabelschächte in Brand gesetzt werden. Das „Kommando Angry Birds“, hat auf der linken Plattform „Indymedia“ die Tat für sich proklamiert. Man lese sich gelegentlich einmal diesen Artikel durch. Die Antifa wettert gegen die Autoritäre Linke, die ihrerseits die Queerbewegung infiltriert? Interessanter wird es heute nicht mehr.

Automatisierte Mustererkennung kann auch irren.

Und nachts ist kälter als draußen.


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