
Der Ortsverband Neumarkt-Sankt Veit ist mit Pauken und Trompeten in den Kommunalwahlkampf eingestiegen und hat als erste Aktion gleich mal den eigenen Ortsvorsitzenden weggelobt.
Er hatte bei seiner Wiederwahl am 25. März noch eine sehr große Unterstützung. Damit ist es nun, vier Monate später, Essig. Der Vorstand hat wohl eine Art Umfrage veranstaltet und kam letztlich zu dem Schluss, dass der Ortsvorsitzende nicht das Zeug zum Bürgermeisterkandidaten bzw. zum Bürgermeister hat. Dieses Vorgehen hätte ich mir zur Kommunalwahl 2020 gewünscht. Man wäre einem maximalen Desaster entgangen.
Ich glaube, dass Fabrizio Chinarello nicht nur als Ortsvorsitzender zurückgetreten ist, sondern die CSU gleich ganz verlassen wird. Niemand lässt sich diese Vorgehensweise gefallen.
Man kann als CSU-Vorstand tatsächlich so vorgehen und acht Monate vor der Kommunalwahl die Reißleine ziehen. Man sollte dann aber sofort einen Plan B präsentieren. Den gibt es nicht. Wenn man einen solchen Schachzug unternimmt, muss man ihn medial präzise begleiten. Dann muss auch das neue Aushängeschild paratstehen.
Auf der Homepage der CSU wird immer noch Fabrizio C. als Ortsvorsitzender gezeigt. Alte bzw. falsche Namen, alte Bilder. Keinerlei News. Alles leer, wie tot. Kein Hinweis auf die neueste Entwicklung.
Fazit
Die CSU muss jetzt nicht nur einen neuen Kandidaten finden, sondern sich auch fundamental reformieren. Nur den Ortsvorsitzenden auf den Prüfstand zu stellen und ihn für zu leicht befinden, ist oberflächlich. Ich sehe größeren Handlungsbedarf.
Einige sollten gelegentlich ihre eigene Rolle hinterfragen und nicht immer die der anderen.
Wäre heute Kommunalwahl, ich sähe schwarz.
Und weil ich bereits Rückfragen bekomme, was ich denn mit dem Begriff Selbstreflexion (das Hinterfragen der eigenen Rolle) meine, erzähle ich hier ganz kurz, dass ich bei der letzten öffentlichen UWG-Fraktionssitzung dabei war, wo ich mit einigen Stadträten ein sehr angenehmes Gespräch führte. Sie schauen natürlich schon genau hin, wenn ein CSU-Stadtrat bei 20 Sitzungen gefühlt nur ein- oder zweimal auftaucht. Das nenne ich Selbstreflexion.
Des Weiteren wird mir widersprochen, weil die CSU sehr wohl einen Plan B hätte. Bitte genau lesen, was ich geschrieben haben. Ich habe nicht geschrieben, dass die CSU keinen Plan B hat. Ich habe geschrieben, dass die CSU keinen Plan B präsentiert. Das ist ein kleiner Unterschied. Wer also aus diversen Gründen im Moment nichts und niemanden präsentieren möchte, der leistet der Spekulation Vorschub.
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