Samstag, 19. Juli 2025, Lokales: Ist die Trinkwasserversorgung gefährdet?

Im letzten Mitteilungsblatt wurde unser Trinkwasser thematisiert. Wasser ist ein kostbares Gut. Die Dürreperioden werden schlimmer und dauern länger. Irgendwo habe ich gehört, dass die Elbe als Schifffahrtsstraße schon jetzt nicht mehr zur Verfügung steht, dass man die Elbe als Transportmedium faktisch abschreiben kann. Ich war vor 10 Tagen selbst in der Gegend, zwischen Dresden und Bad Schandau. Das Problem kam mir gar nicht so dramatisch vor. Das Elbsandsteingebirge wirkt so feucht, dass man leicht der Meinung sein kann, dass doch so viel Wasser in der Elbe zusammenlaufen müsste, dass die Elbe normales Wasser führt. Aber selbst ein zweitägiger Regen hebt den Wasserspiegel der Elbe nur um 1 bis 2 Zentimeter.

Deshalb habe ich mich auch gefragt, wie das Schweizerische Flusskreuzfahrtschiff – hier am Anlegepunkt in Bad Schandau – mit dem Niedrigwasser zurechtkommt (im Vordergrund ein Simson S50, was auf dem Gebiet der ehemaligen „DDR“ als Kult gilt). Denn für Schiffe kommt ja noch ein Punkt hinzu. Dort, wo in Dresden die Carola-Brücke war, ist die Elbe nicht passierbar. Das fette, ins Wasser gestürzte, Brückenteil ist verschwunden (der noch intakt wirkende Teil der Brücke auch), aber das Wasser scheint mir nur einige Zentimeter tief. Scheinbar teilen die Kreuzfahrtfirmen die Flusskreuzfahrten in zwei Teile auf. Ein Schiff kommt aus dem Norden und legt unterhalb der Carola-Brücke an. Die Touristen erkunden Dresden, steigen auf ein zweites Kreuzfahrtschiff oberhalb der Carola-Brücke um und fahren weiter nach Prag.

Mitteilungsblatt

Komisch ist, dass das Mitteilungsblatt schon vor drei Tagen im Briefkasten steckte, die Onlineversion auf der Stadtseite aber immer noch nicht zur Verfügung ist. Das sind doch nur zehn Maus-Klicks, wenn überhaupt.

Ich würde das Mitteilungsblatt in Papierform sowieso abschaffen und durchgängig auf Online-Information setzen. In der Tageszeitung könnte man bei wirklich wichtigen News per QR-Code auf die neue App ‚VG Neumarkt-Sankt Veit‘ oder die Stadtseite hinweisen.

Aus meiner Sicht darf man sich mit der Informationsweitergabe nicht verzetteln. Die federführende Datenbank muss die Seite https://www.neumarkt-sankt-veit.de/ bleiben. Vor dort aus kann man die Infos dann in allemöglichen Apps und Tools pusten, aber eben immer nur als Link, damit die Stadtseite zur allseits anerkannten und genutzten Seite wird. Es braucht eine verlässliche Quelle. Eigentlich kostet es auch viel zu viel Zeit und letztlich dann auch Geld, Informationen für drei Medien aufzubereiten: Homepage, App und Mitteilungsblatt. Das sind aber nur die Gedankengänge eines Laien, der von quasi nichts eine Ahnung hat. Auf keinen Fall ernstnehmen.

Zurück zum Trinkwasser.

Das Eingangsstatement finde ich interessant. Wie aus Rohwasser Trinkwasser entsteht – damit hatte ich mich noch nicht beschäftigt. Schade, dass das Eisen rausgefiltert wird. Nichts brauche ich als Vegetarier dringender als Eisen. In der Apotheke zahle ich Geld dafür, um mir Eisen zuzuführen.

Der Erklärung folgen die eigentlichen Anliegen. Tatsächlich hätte ich mir vier Werte für die vier Trinkwasserbrunnen gewünscht. Trinkbrunnen Nr.1: Normaler Füllstand 80%. Derzeitiger Füllstand: 30%. Das wären Alarmsignale, die vielleicht Wirkung zeigen würden. Denn bisher hieß es doch immer, unsere Trinkwasserbrunnen speisten sich aus uraltem Tiefenwasser, was irgendwie das Problem marginalisiert.

„Gartenbewässerung, Rasensprengung ist mit Trinkwasser zu unterlassen.“

Man fordert auf. Es ist zu unterlassen. Ist das jetzt eine kommunale Anordnung? Kommt das einem Verbot gleich? Nicht, dass uns das betreffen würde, weil wir beides nicht tun (wir leben von der Regentonne). Aber was fällt unter den Begriff Gartenbewässerung? Sämtliches Gießen? Auch in kleinen Gewächshäusern? In Hochbeeten? Blumentöpfe auf der Terrasse? Balkonpflanzen sind nicht betroffen?

Ich nehme an, dass aus dem Wasserhahn, über den jeder Kleingärtner in seinem Garten vermutlich verfügt, Trinkwasser kommt. Wenn der Text aber so geschrieben ist wie er ist, werden sich die Neumarkt-Sankt Veiter nicht daran halten. Ohne Wasser wächst ja nun mal nichts. Ein paar erklärende Sätze wären hier ganz gut gewesen. Garten = Kleingarten?

„Autowäsche vermeiden“

Nun. Bei Autowäschen werden bei neuen Anlagen pro Auto nur noch 15 bis 30 Liter verbraucht. Schon eine Klospülung braucht sechs Liter Trinkwasser. Das ist eines das eigentlichen Übel beim Trinkwasserverbrauch.

Aber was ist mit „Autowäsche“ gemeint? Die private Autowäsche, die man auf dem Privatgelände durchführt? Wenn ich also mit meinem Eimerchen zu meinem Auto auf meinem Privatparkplatz gehe und den Fliegendreck von den Scheinwerfern entferne oder die Einstiege mit einem feuchten Lappen putze? Oder sprechen wir hier tatsächlich über die Neumarkter Waschanlage meines Vertrauens, die ich meiden soll?

Es war mir sowieso schon aufgefallen, dass bei meiner Haus- und Hofwaschanlage die übliche Warteschlange am Samstagvormittag nicht mehr vorhanden sind, vermutlich, weil der Preis für die Basiswäsche nach meiner Wahrnehmung wieder gestiegen ist. Finde ich gut. Hoch mit den Preisen, freie Sicht auf die Waschanlageneinfahrt.

Auch die Banu-Semmel kostete heute 1,20 Euro, ich meine, dass wir vor kurzem noch bei 1,10 Euro waren. Ich verstehe alle Anbieter von Waren und Dienstleistungen, die ihre Preise anheben. Weil sie es müssen. Es geht nicht anders.

Letztens las ich einen Artikel, dass der Verkauf von Alkohol in Tankstellen eingeschränkt werden sollte. Ich meine, dass das eine Idee des Bundesdrogenbeauftragten Hendrik Streeck ist. Ja, Alkohol fällt unter Drogen.

Jedenfalls sprach er von einem notwendigen Kulturwandel, während der Verband der Tankstellenbesitzer auch ohne solche Ideen bereits von einem Tankstellensterben spricht. Ich jedenfalls möchte nicht die Situation erleben, zum Tanken nach Mühldorf fahren zu müssen. Nun, es bleibt offen, ob die Empfehlung im Mitteilungsblatt tatsächlich lautet, die Waschanlagen in Neumarkt-Sankt Veit zu meiden. Als Betreiber wäre da vermutlich ein Anruf im ersten Stock im Schloss Adlstein fällig. Kein Alkohol mehr verkaufen dürfen, Waschanlagen nicht mehr nutzen, Und dann komme ich noch und fordere, Tabak aus dem Tankstellen-Shop zu verbannen. Das wäre dann der worst case.

„Poolbefüllungen überdenken“

Jetzt kommen wir zum eigentlichen Stein des Anstoßes. Während die Omi in ihrem geliebten Garten die Blumen nicht mehr gießen darf, sind Poolbefüllungen weiter zulässig, und allenfalls zu „überdenken“? Meines Erachtens kommt die Aufforderung zum “Überdenken” nicht zum richtigen Zeitpunkt. Wer befüllt denn jetzt noch seinen Pool?

Das Thema ‚private Pools‘ hatte ich mich schon einmal angenommen und der Stadt geraten, auf Grund der Trinkwassersituation und des defizitär geführten Freibades alles dafür zu tun, dass private Pools ganz einfach nicht mehr genehmigt werden, und wenn das rechtlich nicht möglich ist, zumindest die Errichtung so unattraktiv wie möglich gemacht wird. Dieser Luxus ist aus der Zeit. Es ist eine Umweltsünde und ein Affront gegen unser Freibad. Tatsächlich sprießen aber private Pools weiterhin wie Pilze aus dem Boden. Auch hier hätten ein paar Sätze hingehört, sozusagen als Appell an die Vernunft. Die Leute nur zum „Überdenken“ zu bewegen, ist halbherzig gedacht und noch halbherziger formuliert.

Was mich fast umgehauen hätte, sind die unfassbar niedrigen Preise. Ich war tatsächlich der Meinung, dass so ein Aufbaupool (siehe Titelbild) wenigstens einen ordentlichen vierstelligen Betrag kostet. Ich dachte, dass das wenigstens ein teures Vergnügen ist. Jetzt habe ich gegoogelt und festgestellt, dass so ein typisches Best Way-Teil nicht einmal 500 Euro kostet, als Set, mit allem Drum und Dran. Kein Wunder, dass sich jeder so ein Ding in den Garten stellt.

Müssen die Wasserpreise hoch?

Damit bekommt man das Problem sicherlich nicht in den Griff. Denn mit erhöhten Wasserpreisen trifft man dann auch die Schicht an Menschen, denen es eh schon schwer fällt, finanziell zurechtzukommen.

Extra-Wasserpreise für Pool-Betreiber?

Definitiv eine Idee für einen richtigen Ansatz. Meldepflicht für alle Pools samt Befüllmenge, um dann den Kubikmeterpreis zu verdreifachen. Leider sind in Deutschland die typischen Pools genehmigungsfrei. Das deutsche Recht leistet dem Pool-Wahnsinn somit noch Vorschub. Aber was nutzt eine Verdreifachung der Wasserpreise für Pool-Benutzer? Wer 500 Euro für einen Pool ausgibt, hat auch weitere 500 Euro für das Wasser übrig. Der Gesetzgeber müsste tätig werden.

Spartaste benutzen

Auch nicht so einfach. Wir haben relativ neue Toiletten, aber es gab kein Modell mit einer Spartaste. Man muss den Spülgang per Hand unterbrechen. Aber den Sinn der Sache verstehe ich schon. Im Prinzip sind unsere Häuser falsch konzipiert. Reinstes Trinkwasser in unseren Toiletten herunterzuspülen, ist der reinste Wahnsinn. 33 Liter unseres täglichen Pro-Kopf-Verbrauches von 125 Litern an Trinkwasser gehen für Toiletten drauf.

„Sparsam duschen“

Mich hat einmal jemand gefragt, ob man im Dauer-Homeoffice nicht droht, zu verlottern. Die Frage ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Tatsächlich spräche rein theoretisch nichts dagegen, im Sinne des Wassersparens nur den Freitag zum Duschtag zu erklären. Ist doch egal, wie man in der Woche ausschaut und duftet? Nein. Bei Telkos ist heute standardmäßig die Kamera an. Und die eingebaute Kamera meines mittleren Bildschirms liefert eine 4K Ultra HD‑Auflösung (3840 × 2160 Pixel, 12 MP-Bildsensor, Video mit bis zu 30 Frames pro Sekunde) für gestochen scharfe Videobilder. Als Sahnehäubchen ist die Kamera in der Lage, mir zu „folgen“ und reagiert auch auf die Lichtverhältnisse in meinem Kellerverlies. Das Ding kostet allerdings auch dreimal so viel wie so ein kompletter Aufbaupool. Jedenfalls bleibt der Kamera – und damit dem Gegenüber – ein Dreitagebart bzw. fettiges Haar nicht verborgen.

Jetzt kann man die Kamera natürlich ausschalten. Aber es gibt ein viel triftigeren Grund, die Körperpflege ernst zunehmen: Das Alter. Wenn man auf die 60 zugeht, dann könnte es einmal einen plötzlichen medizinischen „Einschlag“ geben. Dann ungepflegt in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden – das ist keine gute Option. Ich würde mich in Grund und Boden schämen. Aber ja: Natürlich kann man sparsam duschen. Ich denke, man kann das mit weniger als zwei Minuten laufendem Wasser schaffen.

Fazit

Der so geschriebene Aufruf im Mitteilungsblatt wird nichts bewirken. Bliebe noch die Frage, warum wir in den letzten Wochen mehr Trinkwasser gebraucht haben als letztes Jahr im gleichen Zeitraum. Wir sind unschuldig. Wir waren im Urlaub.


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